Es gibt kaum etwas Entmutigenderes, als Zimmerpflanzen, die nicht wachsen. Keine neuen Blätter, keine sichtbare Veränderung – nur Stillstand. Genau das habe ich mit meiner Calathea erlebt. Wochenlang tat sich nichts, egal wie sehr ich mich bemühte.
Ich probierte alles: mehr Licht, weniger Licht, Dünger, kein Dünger, neuer Standort. Rückblickend war das größte Problem nicht die Pflanze, sondern meine Ungeduld. Pflanzen wachsen nicht nach unserem Zeitplan.
Was ich damals nicht verstanden habe: Wachstum findet oft unsichtbar statt. Wurzeln entwickeln sich, Energie wird gespeichert, Anpassungen laufen im Inneren ab. Nur weil wir nichts sehen, heißt das nicht, dass nichts passiert.
Der entscheidende Schritt war, aufzuhören, ständig etwas zu verändern. Ich ließ die Calathea an einem festen Platz, hielt einen gleichmäßigen Gießrhythmus ein und reduzierte meine Erwartungen. Und dann – nach Monaten – kam ein neues Blatt.
Dieses eine Blatt hat meine Sicht auf Pflanzenpflege verändert. Es zeigte mir, dass gleichmäßige Pflege wichtiger ist als ständige Optimierung. Besonders für Anfänger:innen ist das eine wichtige Erkenntnis.
Heute weiß ich: Nicht jede Phase ist eine Wachstumsphase. Manche sind Ruhezeiten. Und genau diese Ruhe brauchen viele Pflanzen, um langfristig gesund zu bleiben.